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Mehrwert – Unterstützer und Kuratoren

»Heute Student, morgen Forscher, übermorgen Verantwortung im Unternehmen«


Dr. Rainer Ohnheiser 
ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsführung der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH

Herr Dr. Ohnheiser, Ende September 2015 haben Sie das Unternehmen verlassen und sich in den Ruhestand verabschiedet. Heißt Ruhestand wirklich »gar nicht mehr arbeiten« oder sind Sie weiterhin aktiv?

Wissen Sie, nach fast 40 Jahren im Berufsleben, davon allein über 30 bei Carl Zeiss, hat man sehr vieles gesehen und fast alles gehört. Nichtsdestotrotz bleibt die Zeit nicht stehen und Industrielle Messtechnik aus dem Jahr 1980 ist nun mal nicht Industrielle Messtechnik im Jahr 2016. Da hat sich einiges getan. Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Ich werde mich wie es sich für einen Ruheständler gehört, mehr um meine Familie kümmern und mehr Zeit für andere private Dinge verwenden. Aktiv bleibe ich über den Kontakt zu Hochschulen und Instituten wie Fraunhofer und mit der einen oder anderen Veröffentlichung. 

Was macht den Erfolg von Carl Zeiss Industrielle Messtechnik aus und was haben Sie als ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsführung in den letzten Jahren vorrangig vorangetrieben?

Das Unternehmen ist Weltmarktführer bei CNC-Koordinatenmessmaschinen und Komplettlösungen der mehrdimensionalen Messtechnik für Messlabor und Fertigung und damit anerkannter Partner der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer. Unsere Globalitätsoffensive hat zu Fertigungsstandorten in vier Ländern sowie zu mehr als 100 Vertriebs- und Servicezentren geführt und wir sind mit weltweit etwa 2900 Beschäftigten für unsere Kunden tätig. Im letzten Jahrzehnt ist die Ertragskraft und der Umsatz der Industrial Metrology stetig gestiegen. So habe ich den Aufbau des Service- und Softwaregeschäfts systematisch vorangetrieben und mit vielen Maßnahmen das Unternehmen für das Zeitalter der Industrie 4.0 vorbereitet. Außerdem haben wir die Messtechnik näher an den Produktionsprozess herangerückt. Denn heute sind robuste Messmaschinen mit hoher Verfügbarkeit und kurzen Messprozessen gefragt.

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© Foto Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH

»Denn die Zukunft unseres Standortes und damit auch des Fraunhofer IPA braucht hervorragende Ingenieure und lebenslanges Lernen.«

Dr. Rainer Ohnheiser 
ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsführung der
Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH

Thema Produktionsprozess, eine der Kerndisziplinen des Fraunhofer IPA. Was schätzten Sie an dem Stuttgarter Institut und warum sind Sie Mitglied des Kuratoriums?

Wie der Name schon sagt: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Also eine Organisation, die sich um prozessrelevante Belange der produzierenden Industrie kümmert, die alles andere als trivial sind. Somit lag es auch für Carl Zeiss Industrielle Messtechnik nahe, mit dem Institut in diversen Fragestellungen eng zusammen zu arbeiten. Ich erinnere mich an Projekte mit verschiedenen Fachabteilungen zu Themen wie Produktionsmanagement und Computertomographie sowie Bild- und Signalverarbeitung. Was mich dabei besonders begeistert hat, ist die praxisbezogene Orientierung der Arbeit und die enge Anbindung an die Universität. Heute Student, morgen angewandter Forscher, übermorgen Verantwortung beispielsweise in einem mittelständischen Unternehmen. Dies kann ich speziell aus eigener Erfahrung beurteilen, denn wir haben mehrere Ehemalige des Instituts gewinnen können. Sie nehmen heute wichtige Positionen bei ZEISS ein und tragen wesentlich zum Erfolg bei. Das ist eine Transferleistung von Fraunhofer, die nur wenige in dieser Form hinbekommen. Das hat mich unter anderem dazu bewogen, Mitglied des Kuratoriums zu werden.

In welche Richtung sollte sich das Fraunhofer IPA aus Ihrer Sicht in Zukunft entwickeln, um für die Industrie unentbehrlich zu bleiben?

Diese Herausforderung ist vielschichtig. Einerseits muss die Nähe und enge Verbindung mit dem industriellen Umfeld in Baden-Württemberg, das von Mittelstand bis zur Großindustrie reicht, aktiv aufrechterhalten werden. Andererseits ist das globale Netzwerk weiter auszubauen, denn dort sind zunehmend unsere Abnehmermärkte. Inhaltlich gilt es neben dem Themenkreis Industrie 4.0 darum, die Produktionstechnik im Spannungsfeld Technologie – Ökonomie – Ökologie weiter zu entwickeln. Denn genau diese Verzahnung ist es, die das Fraunhofer IPA auch weiterhin von anderen differenziert. Und zum Dritten ist die Lehre nicht zu vernachlässigen. Denn die Zukunft unseres Standortes und damit auch des Fraunhofer IPA braucht hervorragende Ingenieure und lebenslanges Lernen.

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