Fraunhofer ipa logo white e2ed1d1f7ffd0dfdd35a0f3207c8bf2ed2c32ab86743e74039e0376bcdb05c38
Big fipa web mehrwert unterstuetzer bg

Mehrwert – Unterstützer und Kuratoren

»Smart Factory so
alltäglich für Kunden machen wie Smartphone
für Verbraucher«


Dr. Mathias Kammüller 
Geschäftsführer der TRUMPF GmbH + Co. KG und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen, verantwortlich für Produktion, Qualitäts- und Prozessmanagement, Einkauf sowie Regionalverantwortung für China

Was sind derzeit die größten Treiber in Ihrem Geschäft und wie gehen Sie damit um?

Die Anforderungen an Fertigungsbetriebe wandeln sich derzeit grundlegend – vor allem werden die Losgrößen immer geringer. Unsere Kunden – und auch wir – müssen die Herausforderung annehmen, dass statt Massenprodukten immer häufiger Einzelanfertigungen oder sehr kleine Losgrößen gefragt sind. Zeitgleich ermöglicht das Internet eine bessere Vergleichbarkeit von Angeboten, weshalb weder Preise noch Reaktions- oder Produktionszeiten ansteigen dürfen. Das geht nur mit digitaler Vernetzung und einem durchgängigen, transparenten und intelligenten Gesamtprozess. Deshalb entwickeln wir gerade Stück für Stück »TruConnect«, unsere Technologie für vernetzte Fertigung. Sie kombiniert bereits bestehende und neue TRUMPF-Angebote für die Smart Factory zu individuellen Lösungen. 

Als Mitglieder des Kuratoriums beraten Sie das Fraunhofer IPA hinsichtlich Ausrichtung und Angebot. Was ist Ihnen dabei besonders wichtig? Wo sehen Sie inhaltlich aktuell den Schwerpunkt, wohin sich das Institut entwickelt und entwickeln sollte?

Das Fraunhofer IPA ist hervorragend vernetzt, sowohl in der Forschungslandschaft als auch in Sachen Weiterbildung – und natürlich mit der Industrie. Wir profitieren sehr von der Partnerschaft, die es uns ermöglicht, in einzelnen Bereichen weit in die Zukunft zu blicken und ganz neue Entwicklungsansätze auszuprobieren. Wandlungsfähige Fabriken, serviceorientierte Maschinen, selbststeuernde Produktion und Intralogistik sowie neue Organisationmethoden sind hier nur einige Schlagwörter. Im Zusammenhang mit Industrie 4.0 müssen wir gemeinsam weiter an Dynamik zulegen und in kurzer Zeit nützliche Lösungen erarbeiten. Manchmal kann von einzelnen Ideen so viel Faszination ausgehen, dass Sie das Potenzial haben, Veränderungen stärker anzuschieben als komplexe Gesamtlösungen. Das ist eine der vielen Chancen, die Industrie 4.0 uns bietet.

Big mathias kammueller 2015 2

© Foto TRUMPF GmbH + Co. KG

»Wir profitieren sehr von der Partnerschaft, die es uns ermöglicht, in einzelnen Bereichen weit in die Zukunft zu blicken und ganz neue Entwicklungsansätze auszuprobieren.«

Dr. Mathias Kammüller

Chief Digital Officer (CDO) und Geschäftsführer der TRUMPF GmbH + Co. KG, verantwortlich für Digitale Transformation, Digital Business Solutions, Business Information Services, Produktion, Qualitäts- und Prozessmanagement

Auf Projektebene sind Sie im letzten Jahr eine fünfjährige strategische Kooperation mit dem Fraunhofer IPA eingegangen. Was sind die hauptsächlichen Gründe dafür und welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Wir versprechen uns viel von der Zusammenarbeit, da zwei unterschiedliche Perspektiven unter einem Dach vereint werden: Tiefe Kenntnisse über Kundenbedürfnisse, Technologien und Märkte in der Blechbearbeitung auf der Seite von TRUMPF. Und der wissenschaftliche Ansatz sowie umfangreiche Erfahrungen aus vielen Industrieprojekten zu Industrie 4.0 auf Seiten des Fraunhofer IPA. Diese Kombination birgt enormes Innovationspotential. Wir erarbeiten gemeinsam Ideen für neue Lösungen und Geschäftsmodelle und entwickeln diese anwendungsnah anhand von Funktionsmustern weiter. Unser gemeinsames Ziel muss lauten, die Gesamtproduktivität, Flexibilität und Prozessstabilität von Betrieben in der Blechfertigung auf ein neues Niveau zu heben.

Was werden Sie persönlich in den nächsten fünf Jahren in Ihrem Unternehmen vorantreiben?

Ich werde meinen Teil dazu beitragen, dass Industrie 4.0 kein Schlagwort-Dasein fristet, sondern ein Erfolgstreiber für die deutsche Wirtschaft wird. Unsere Kunden werden ihre Prozesse mit Leichtigkeit verknüpfen, ihre Maschinen besser auslasten, ihr Material automatisch bestellen und ihre Aufträge papierlos abwickeln können. Das sind nur die jetzt schon offensichtlichen, ersten Ausprägungen von Industrie 4.0. Durch die neuen Möglichkeiten der Kollaboration werden wir uns noch eine Vielzahl weiterer Lösungen auf allen Ebenen des Fabrikalltags erschließen. Zudem werden wir sehr viel mehr Daten aus dem Produktionsprozess erhalten und sinnvoll auswerten können – und gleichzeitig die nach außen wahrnehmbare Komplexität extrem reduzieren. Für unsere Kunden soll die Smart Factory so alltäglich und angenehm werden wie für uns alle heute schon der persönliche Alltag mit dem Smartphone. Daneben haben wir bei TRUMPF natürlich auch das Ziel, Leitanwender für Industrie 4.0 in unseren eigenen Produktherstellungsprozessen zu sein. An all diesen Zielen arbeiten wir mit Nachdruck – sicherlich auch in fünf Jahren noch.

Big fipa web mehrwert unterstuetzer footer 2