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Mehrwert – Referenzen und Projekte

»Mit Industrie 4.0 die Wettbewerbsfähigkeit stärken«


Johann Soder
Geschäftsführer Technik, Innovation und
Produktion bei SEW-EURODRIVE

© Foto SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG

Herr Soder, bei SEW-EURODRIVE schaffen Sie Standards. Andere Firmen nehmen sich daran ein Beispiel. Was treibt Sie an?

Ich bin immer auf der Suche nach Neuem. Und gerade Industrie 4.0 ist so ein neues Thema, das mich beschäftigt. Das Tolle ist, dass Unternehmen jetzt die Chance haben, mit Industrie 4.0 ihre Wettbewerbsfähigkeit in den nächsten Jahrzehnten zu stärken.

Welche Umsetzungsbeispiele gibt es in Ihrem Unternehmen zum Thema Industrie 4.0 und was bringen diese?

Wenn wir nochmal auf Lean Management zurückblicken und uns vergegenwärtigen, dass hier die Weisheit der vielen genutzt wird, um perfekte Arbeitsprozesse zu erarbeiten, dann kann ich sagen, dass wir bei SEW-EURODRIVE mit Lean ein Potenzial zwischen 30 und 35 Prozent gehoben haben. Wie wertschöpfend Industrie 4.0 ist, testen wir gerade in unserer Schaufensterfabrik in Graben-Neudorf. Durch die Optimierung von Arbeitsabläufen, bei denen Werker in jeder Montagesequenz alle Informationen erhalten, um Losgröße 1 realisieren zu können, haben wir am reinen Montageprozess ein Potenzial von weiteren 15 Prozent gegenüber Lean festgestellt. Weiterhin setzen wir mobile Assistenzsysteme und eine dezentrale intelligente Steuerung ein. Summiert man alles zusammen, dann könnte das Gesamtpotenzial durch Industrie 4.0 langfristig zwischen 40 und 50 Prozent liegen.

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© Foto Fraunhofer IPA

»Mit dem Fraunhofer IPA bringen wir neue Dinge auf den Weg.«

Johann Soder
Geschäftsführer Technik, Innovation und
Produktion bei SEW-EURODRIVE

Solche Zahlen müssten doch deutsche Unternehmen motivieren, Gas zu geben.

Ja, das ist richtig. Und jetzt kommt das Aber: Die treibende Kraft kann nur der Unternehmer selbst, der CEO, der Geschäftsführer, der Manager sein. Und daran hapert es noch. Es ist klar Führungsaufgabe, eine Vision zu entwickeln und konsequent an deren Umsetzung zu arbeiten. Der Unternehmer muss der Treiber sein und das Bild einer Smart Factory zeichnen. Der Ansatz heißt also: die Vision haben, kleine Teile rauslösen, an denen arbeiten, Erfahrungen sammeln, lernen, fühlen, was möglich ist, und sich dann in Richtung Perfektion der Excellence bewegen.

Welchen Beitrag kann angewandte Forschung beim Thema Industrie 4.0 leisten?

Einen wesentlichen Beitrag. Nicht ohne Grund arbeite ich intensiv mit dem Fraunhofer IPA zusammen. Professor Bauernhansl und ich kennen uns sehr gut. Wir sind in der Denke, in der Ausrichtung gleich, und wir versuchen, neue Dinge gemeinsam auf den Weg zu bringen. Unter anderem haben wir gemeinsam einen mobilen Handling-Assistenten für den »Griff in die Kiste« entwickelt, durch den geringere Taktzeiten erreicht werden können. Der Roboter agiert an mehreren Produktionsabschnitten. Für die Vereinzelung der Werkstücke kommt die IPA-eigene Software »bp3™« zum Einsatz. Mittlerweile ist das System in das Industrie-4.0-Umfeld unserer Fabrik integriert.

Angewandte Forschung hilft also dabei …

… gewonnene Erkenntnisse schnell in den industriellen Prozess zu bringen. Unternehmen nehmen dadurch eine Vorreiterrolle ein und steigern ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Zukünftig wird es darauf ankommen …

… sich mit passenden Partnern zu verbünden und den Weg der kleinen Schritte zu gehen, um aus der in Deutschland geprägten Marke Industrie 4.0 nachhaltig Profit zu schlagen.